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12.02.2024

In die Wildnis des Spatzizi 2

Im zweiten Teil unserer Wanderung auf dem Spatzizi Plateau erkunden wir die Wildnis um den Cold Fish Lake und wandern dann auf einer abenteuerlichen, wohl seit vielen Jahren nicht mehr benutzten Route zurück in die Zivilisation.


Am nächsten Morgen brechen wir zu einer zweitägigen Tour auf das Plateau auf, was den Vorteil hat, dass wir einen Teil unseres Gepäcks und vor allem unserer Vorräte in der Kochhütte zurücklassen können. Wir folgen dem Spatzizi Trail, den wir ja schon kennen, und wandern dann weglos durch die gelbe Tundraweite des Plateaus. Schon bald beobachen wir eine Karibukuh und danach einen Rotfuchs in einiger Entfernung. Wir hatten gehört, dass es auf dem Plateau kein Wasser gibt, was aber nicht stimmt, da wir einige Tümpel entdecken. Zwar erscheint die Landschaft auf den ersten Blick ziemlich flach, aber es gibt zahlreiche Senken. Obwohl es sehr sonnig ist, weht hier oben ein scharfer Wind. Schließlich folgen wir dem jenseitigen Rand wo es dunkle Felsen gibt, und die Hochebene steil abbricht. Tief unter uns in den Tälern wächst grüner Wald und die entfernten Berge laden dazu ein, in dieser weiten Landschaft immer weiter zu wandern. An einem See der nicht in unserer Karte eingezeichnet ist, entdecken wir tief unter uns überraschenderweise zwei Zelte. Wer hier wohl außer uns unterwegs ist? Schließlich steigen wir ein Stück ab und schlagen auf einer ebenen Stufe, die tolle Aussichten bietet, unser Lager auf. Später unternehme ich noch einen Streifzug zu dem See mit den Zelten, wo ich feststelle, dass eines der Zelte nicht mal verschlossen ist, elektronische Ausrüstung einfach rumliegt, und ein großer Essenssack lediglich einige Meter entfernt auf dem Boden liegt. Alles sehr merkwürdig…

Ich beobachte Erdhörnchen und Schneehühner und gelange dann im orangen Sonnenuntergang zurück zum Camp.


Auf dem Spatzizi Plateau


Unendliche Weiten




Wir folgen dem Rand des Plateaus



Namenloser See




Lager mit Aussicht

Erdhörnchen

Wir erleben den Sonnenuntergang in unserem Lager und sind dann bei recht milden, sommerlichen Temperaturen bald wieder unterwegs. Wir steigen ins Tal des Black Fox Creek ab und müssen uns einen Weg durch den dichten Zwergbirkengürtel bahnen. Glücklicherweise finden wir aber fast überall Wildwechsel und Lücken im Bewuchs, so dass wir recht gut vorankommen. Wir könnten auf dem Weg im Tal zum See zurück gehen, haben aber beschlossen, eine Runde durch die Berge auf der anderen Talseite zu unternehmen, um zum Camp zurück zu gelangen. Als wir langsam höher steigen, sind wir bald wieder in Bereichen, die lediglich von Gräsern und Moosen bewachsen sind, daher ist das Vorankommen einfach. An vielen Stellen finden wir Geweihstangen der Karibus. Wie alle Hirscharten, werfen auch diese wilden Rentiere ihren Kopfschmuck jeden Winter ab, und entwickeln dann im Frühjahr ein neues Geweih. Als wir auf einer Klippe mit schöner Aussicht eine längere Pause einlegen, erscheint kurz ein Vielfraß in nur 50 Meter Entfernung und zieht aber rasch weiter. Das gefällt den Murmeltieren offenbar gar nicht, denn nun erklingt überall ihr warnendes Pfeifen, das die Anwesenheit des großen Marders verrät. 

Ein kleiner Falke zischt blitzschnell vorbei und unter uns beobachten wir eine Schneehenne mit bereits ziemlich großen Küken. 

Wir laufen dann noch eine ganze Zeit durch die Bergtundra, bis wir den Abstieg ins Black Fox Creek Tal beginnen. Hoffentlich finden wir auch hier Durchgänge durch die Weiden- und Zwergbirkendickichte…

Es geht ziemlich steil abwärts, doch schließlich haben wir Glück und stoßen auf einen alten Pferdepfad, der noch recht gut zu verfolgen ist. 

Den Black Fox Creek überqueren wir auf einem Baumstamm balancierend und sind schließlich wieder am See, wo kein anderer Besucher mehr da ist. Es ist noch so angenehm warm, dass wir die Gelegenheit zu einem Bad in dem doch ziemlich kalten Coldfish Lake nutzen. 


Ein schöner Tag beginnt


Die ersten Bäume tauchen auf

Wir müssen Durchgänge durch den dichten Busch im Tal finden


An vielen Stellen liegen Karibustangen


Schneehenne mit schon großen Jungen


Moose besiedeln lebensfeindliche Umgebungen häufig zu erst


Wir genießen die Aussicht längere Zeit


In der kargen Bergtundra


Abstieg in dichten Zwergbirkenbewuchs


Zurück zum Coldfish Lake


Wir balancieren über den Black Fox Creek

Tolles Spätsommerwetter am Coldfish Lake

Zu unserer Überraschung sehen wir am nächsten Morgen, als wir in der Kochhütte frühstücken wollen, jemand in dem Gebäude liegen. Es stellt sich heraus, dass es sich dabei um einen Jäger handelt, der gestern ein Karibu geschossen hat, und sein Lager an dem See aufgeschlagen hatte wo ich zu den beiden Zelten gelaufen war. Um schon einen Teil des Fleisches zu bergen, ist er den größten Teil der Nacht gelaufen, und hat sich erst um drei Uhr morgens in die Hütte gelegt!

Bereits gegen 7 brechen wir auf, überqueren die neue Brücke am Black Fox Creek, die wir ja schon kennen und steigen dann auf einem deutlich sichtbaren Pfad durch den Nadelwald weiter auf. Allerdings ist irgendwann nichts mehr von dem Weg zu sehen, denn Biber haben den Bach im Tal mit ihren Dämmen angestaut und dadurch mehrere Teiche angelegt. Ziemlich mühsam quälen wir uns durch sehr dichten Bewuchs im Hang, um die Wasserflächen zu umgehen, und wechseln schließlich über einen der Knüppeldämme auf die andere Talseite, wo wir schließlich auf einen Pferdepfad kommen, der von den Jägern am Bug Lake benutzt wird. Wir überqueren den breiten Donahue Pass auf lediglich 1600 Meter und steigen in ein Tal ab, in dem sich die Weiden und Zwergbirken bereits ziemlich gelb verfärbt zeigen. Am Rand des Tals schlagen wir bereits mittags unser Lager auf, und unternehmen dann ohne Gepäck einen Abstecher in ein Seitental, das zum Icebox Canyon führt. Nicht weit entfernt entdecken wir ein altes Jagdlager, wo Töpfe, Pfannen, eine Solardusche u.s.w auf einer Plattform in einem Baum verstaut sind, die man nur über eine Leiter erreichen kann. Das erinnert mich an meine erste Tour auf das Spatzizi Plateau 1990, wo ich in einem ähnlichen Lager auf so einer hölzernen Plattform ein Glas Erdnussbutter gefunden hatte, mit dem ich meine schmale Verpflegung aufbessern konnte…

Bald geht es eine Geländestufe ein Stück steil hoch, bevor das Terrain wieder abflacht. Je höher wir kommen, desto schöner wird das von schroffen Bergen eingefasste Tal. Als wir über eine weitere Kante schauen, sehen wir nicht allzu weit entfernt ein 10-köpfiges Rudel Steinschafe. Während der Widder recht scheu ist und bald in den steinigen Hang zieht, beachten uns die Schafe mit zwei Lämmern kaum, so dass wir sie eine ganze Zeit lang beobachten können.

Schließlich wandern wir weiter und erreichen auf etwa 1900 Meter eine Kette von 5 schimmernden Seen, von denen einer grün leuchtet. Zu unserer Überraschung treffen wir die fünf Wanderer, die wir am Coldfish Lake kennen gelernt haben. Sie sind schon seit drei Tagen im Icebox Canyon unterwegs und wollen versuchen sich vorzeitig ausfliegen zu lassen, da offenbar eine Schlechtwetterfront aufzieht…

Schließlich treten wir den Rückweg in unser Lager an, das wir noch gerade rechtzeitig erreichen, bevor die Sonne das Tal verlässt. 



Die Täler sind oft recht dicht mit Weiden und Zwergbirken bewachsen



In diesem traumhaften Tal schlagen wir unser Lager auf


Plattform im Baum, leider ohne Erdnussbutter

Wir wandern talaufwärts Richtung Icebox Canyon


Steinschafe




Das Rudel zeigt wenig Scheu


Icebox Canyon




Langsam geht die Sonne unter

In der Nacht friert es leicht und am Morgen folgen wir einem gut sichtbaren Pferdeweg in das offene Tal des Eagle Nest Creek. Wir durchwaten den Hauptbach und zwei Nebenbäche barfuß und gelangen schließlich in den Wald. Irgendwann zweigt der Pferdeweg nach Süden ab und von nun an sehen wir keine Spuren einer aktuellen Benutzung mehr. Das war früher offenbar ganz anders, denn wir entdecken eine alte Bärenbox und können dem alten Pfad zunächst noch ganz gut folgen. Da und dort stoßen wir auf orange Markierungen, mit denen der Weg markiert war. Wahrscheinlich ist die Route abschnittsweise noch ganz gut zu erkennen, da sie lange Zeit von Pferden benutzt wurde, die den Weg gut ausgetreten haben. Wir sehen relativ viele Elch- und auch Bärenfährten und im Pappelwald riecht es nach Herbst. Es ist nach wie vor recht mild, wenn auch bewölkt, also nicht so strahlend wie in den letzten Tagen. Schließlich passieren wir einige große, stark mit Weiden bewachsene, offene Flächen, wo wir den Pfad immer wieder verlieren. Am Besten kommen wir noch direkt am Bachufer voran, wo das Gras von den Bibern stellenweise regelrecht niedergewalzt wurde. Während der Fluss lange Zeit ruhig dahinfließt, wird er etwas wilder, als sich das Tal zwischen bewaldeten Hügeln verengt. Irgendwann stoßen wir auch wieder auf den Pfad, der hier im Hang oberhalb des Flusses verläuft. Dennoch bleibt das Vorankommen recht mühsam und langsam. Zu unserer Überraschung gelangen wir schließlich an einen alten Lagerplatz, wo wir in der Bärenbox sogar noch etwas Essen finden. Da wir ja sehr knapp mit unserer Verpflegung sind, erzeugt das wahre Glücksgefühle und später kochen wir Nudeln mit Käsesauce über einem Feuer. Natürlich ist das Ablaufdatum schon seit Jahren überschritten, aber gut verpackt halten sich solche Fertiggerichte erstaunlich lange, und wir bekommen keine Probleme…


Der Oberlauf des Eaglenest Creek


Wir folgen dem Pferdepfad


Herbstlicher Pappelwald


Mitunter stoßen wir noch auf orange Markierungen


Oft laufen wir direkt am Eaglenest Creek


Weite Flusslandschaft


Wir müssen uns immer wieder durch Weidendickichte kämpfen


Streckenweise ist der Pfad noch ganz gut zu erkennen


Das Tal verengt sich


Ein alter Lagerplatz


Wir kochen auf einem Feuer


Von Anke schön improvisierte Feuerstelle

Wir essen zurückgelassene, alte Fertiggerichte...

Am nächsten Morgen beginnt es noch in der Dunkelheit zu regnen und hält dann lange an, so dass wir erst um 10:20 starten, als der Niederschlag schwächer wird. Wir überqueren dann den von der Seite einmündenden Ram Creek über zwei umgestürzte Fichten und folgen dann dem gut sichtbaren Pfad den Eaglenest Creek weiter abwärts. Da die Vegetation pitschnass ist, sind wir trotz Regenzeug bald komplett durchnässt. Glücklicherweise ist es nicht allzu kalt. Als eine Felsklippe den Bach einzwängt, müssen wir die Uferseite wechseln. Der Fluss ist hier an die 20 Meter breit und recht flott, daher haben wir Zweifel, ob uns das gelingt. Ich gehe als erster und stelle fest, dass das Wasser zwar oberschenkelhoch ist, aber die Durchquerung nicht allzu schwer ist. Der kleineren Anke ist die Strömung aber zu tief und reissend, daher bricht sie das Durchwaten irgendwann ab und ruft mir zu, dass sie die Klippen im Wald umgehen will und mich dann irgendwo wiedertrifft. Sich hier zu trennen, halte ich für keine gute Idee, wir haben ja keine Kommunikationsmöglichkeit und ob wir es tatsächlich schaffen uns irgendwo wieder zu treffen?

Glücklicherweise entdeckt meine Freundin dann eine flachere Stelle, wo sie den Fluss problemlos durchwatet. Auch die Rückkehr auf die ursprüngliche Seite etwas später, erweist sich dann als gut machbar. 

Wenn der Fluss nach einem längeren Regen richtig angeschwollen ist, sieht das aber sicher anders aus!

Stellenweise führt der Pfad jetzt durch schönen, nicht zu dicht bewachsenen Wald, aber wir sind ja sowieso schon durchnässt…

Hinter einem Schild, dass die Grenze des Spatzizi Plateau Parks markiert, kommen wir dann in einen Bereich, wo ein Sturm viele Fichten umgeworfen hat, die immer wieder den Weg blockieren. Ziemlich mühsam klettern wir durch die Verhaue und kommen nur noch langsam vorwärts. Für die letzten 1,2 Kilometer bis zum Klappan River, verlassen wir dann den Pfad und suchen uns eine eigene Route, die die Windwürfe vermeidet, was auch ganz gut funktioniert. 

Als wir dann die alte Bahntrasse erreichen, zeigt sich sogar etwas Sonne, und wir breiten unsere nassen Sachen zum Trocknen aus. 


Wir müssen Verhaue aus umgestürzten Fichten überwinden

Wir versuchen unsere durchnässten Sachen zu trocknen

Da wir davor zurückscheuen, in der Morgenkälte wieder in unsere nassen Sachen zu steigen, starten wir erst gegen 9 Uhr. Aber auch dann ist es noch unangenehm, vor allem die nasse Unterhose wieder anzuziehen…

Es ist auch noch so frisch, dass wir zunächst mit Jacke und Handschuhen laufen, auch wenn wir nachmittags wieder im T-Shirt unterwegs sind…

Wir folgen dem Lauf des Klappan River auf der alten Bahntrasse. Die Pappeln beginnen sich schon langsam gelb zu färben und der Herbst liegt heute, am 31. August in der Luft. Zweimal überqueren wir Seitenbäche über neue, provisorische Brücken. Wahrscheinlich benutzen dann und wann die Tahltan den Weg,  um zu Jagd- und Angelgründen zu kommen. Aber wir haben kein Glück. Uns begegnet kein Fahrzeug, so dass sich die Hoffnung auf eine Mitfahrgelegenheit zerschlägt. Schließlich gelangen wir wieder an die Brücke über den Klappan und folgen dem Weg, den wir ja schon vom Anmarsch kennen. Gegen 18 Uhr richten wir uns neben der Piste ein, hoffen aber immer noch darauf, das jemand vorbei kommt, so dass wir erst um 20 Uhr unserer Zelte aufbauen. 


Wir folgen der alten Bahntrasse


Klappan River


Provisorische Holzbrücken an Nebenbächen


Neben Nadelbäumen wachsen in den Hängen auch viele Pappeln

Noch im Dunkeln erklingt am Morgen das entfernte Heulkonzert von Wölfen, welches uns auch noch bis eine Stunde nach Sonnenaufgang begleitet. Der Ruf der Wildnis, toll!

Als wir um 6 Uhr aufbrechen, ist es noch ziemlich dunkel. Die Tage werden jetzt schon merklich kürzer. Am Ealue Lake, wölbt sich eine ganze Zeit lang ein schöner Regenbogen über dem Gewässer. Da wir die Strecke ja schon kennnen und möglichst früh zurück an der Straße sein wollen, nehmen wir die Beine in die Hand und sind schon um 9:30 wieder dort, wo wir in unser Spatzizi Abenteuer aufgebrochen waren. 

Bereits das zweite Auto hält, das nach einer Viertelstunde vorbei kommt.  Tony, ein Kanadier in meinem Alter arbeitet für eine Goldmine, in der auch viele Tahltan angestellt sind. Es gibt auch neue Minen in der Umgebung, die gerade erst erschlossen werden. Tony hat 20 Jahre lang in der Ölindustrie in Sibirien gearbeitet. Sein Ablauf zu der Zeit war stets ein Monat Arbeit in Russland, gefolgt von einem Monat Erholung zu Hause!

Wir passieren die Indianersiedlung Iskust,wo ich 1990 in mein Spatzizi Abenteuer aufgebrochen war und erreichen nach etwa 100 Kilometer Dease Lake, wo an der Tankstelle recht viel los ist. Allerdings erzählt uns bald ein Mann, das die Straße vorrraus wegen eines Waldbrands auf 70 Kilometer Länge gesperrt sei!

Es gibt für uns keine Alternative, daher gehen wir zu einer Schule, wo wir uns in das freie Wlan einwählen können. Es stellt sich heraus, dass der Mann recht hatte, und es ist überhaupt nicht klar, wie lange die Straße gesperrt sein wird. 

Also kaufen wir zunächst einmal Lebensmittel in der recht gut sortierten Tankstelle des Ortes und werden am Ausgang von einer 50 jährigen Frau angesprochen, die uns spontan zu sich nach Hause einlädt, als sie erfährt, dass wir unter Umständen längere Zeit in Dease Lake festsitzen werden. Svea lebt eigentlich in Kelowna im Süden von BC, arbeitet hier aber 6 Wochen als Travelnurse. Weil ihr die Landschaft der Umgebung so gut gefällt, ist sie schon zum zweiten Mal am hiesigen Krankenhaus, wo auch schon mal Hunde operiert werden, die sich Massen von Stacheln eingefangen haben, als sie zu enge Bekanntschaft mit Stachelschweinen geschlossen haben.

Svea hat ein geräumiges Haus zur Verfügung gestellt bekommen, in dem es sogar ein eigenes Zimmer für uns gibt. Wir versuchen uns ein wenig für die Gastfreundschaft zu revanchieren, in dem wir ein Essen aus unseren frisch erworbenen Vorräten kochen. Später bekommt Svea noch einen Anruf von einem Kollegen, dessen Auto nicht mehr anspringt. Kurzerhand fahren wir zu dem See in der Nähe, wo der Doktor, der hier seit 24 Jahren arbeitet mit seinem Pick-up steht. Im Handumdrehen ist das Auto fremd gestartet, und wir erfahren von dem freundlichen Dave, dass er jagt um an sein Fleisch zu kommen und auch schon den Vulkan Mt. Edziza besucht hat. Allerdings ließ er sich dorthin mit dem Flugzeug bringen. 


Regenbogen am Ealue Lake

Das Haus von Svea in Dease Lake

Beim Frühstück mit Eiern und Toast erfahren wir von unserer Gastgeberin, dass sie drei verschiedene Uniabschlüsse hat, und unter anderem schon in Nepal und Australien gelebt hat. Da es nicht danach aussieht, das die Straße wieder öffnet,  lädt Svea uns zu einem Ausflug nach Telegraph Creek im Stikine Tal ein, den sie schon lange machen möchte. Auf der 112 Kilometer langen, guten Piste treffen wir im Wald ein interessantes Wandererpaar um die 30. Sam und seine Freundin haben ebenfalls den Great Divide Trail gemacht und sind jetzt teilweise mit dem Fahrrad auf Minenstraßen, teilweise aber auch mit dem Packraft, einem kleinen Schlauchboot, unterwegs bis zum Yukon, dem sie nach Alaska folgen wollen. Was für ein Abenteuer!

Bald bleibt der Wald zurück und wir fahren durch ein riesiges Waldbrandgebiet, dass vor lediglich 5 Jahren entstanden ist. Hauptsächllich Aspen wachsen hier mittlerweile wieder. Schließlich erhalten wir auch erste Einblicke in die tiefe, dunkle Schlucht des Stikine, der hier einen eindrucksvollen Canyon im Vulkangestein bildet. Es gibt Lavabetten und Basaltsäulen zu bestaunen. Eine ganz andere Landschaft, als das was wir bisher in British Columbia kennengelernt haben!

Telegraph Creek ist ein weitläufiger Ort, in dem etwas 100 Menschen, meist indianischer Herkunft leben. Es gibt hier eine Tankstelle mit recht gutem Laden und einige Boot am Stikine. Wenn man auf die andere Seite übersetzt, könnte man von hier zum Mount Edziza laufen, dem hohen Vulkan, den wir ja schon vom Spatzizi Plateau aus gesehen haben. 

Hinter dem Ort wird der Fluss ruhiger, der bis dahin eines der mächtigsten Wildwässer Nordamerikas bildet. Wir fahren noch etwa 20 Kilometer weiter, bis am Örtchen Glenora alle Wege enden. Hierher hatten sich bereits in den Sechziger Jahren einige US- Amerikaner zurückgezogen, die nicht am Vietnamkrieg teilnehmen wollten…

Auf der Rückfahrt erspähen wir dann noch zwei weiße Schneeziegen entfernt im Hang und treffen die beiden Wanderer noch einmal. 

Schließlich treffen wir wieder in Dease Lake ein, wo Anke und ich noch einen Spaziergang unternehmen, und fürs Abendessen einkaufen, zu dem später noch der Arzt Dave hinzukommt, dessen Auto gestern nicht angesprungen war. Bei einer Flasche Rotwein erfahren wir später noch mehr darüber, wie das Leben im Hinterland von British Columbia so verläuft. 


Über der Stikine Schlucht


Der Stikine ist ein mächtiger Fluss


Der Stikine durchschneidet eine vulkanische Landschaft


Bei schönem Wetter am Fluss


Der Stikine Canyon

Beim Frühstück erfahren wir aus dem Internet, dass der Cassiar Highway wieder offen ist, und Svea bietet an, uns bis nach Watson Lake am Yukon Highway zu fahren. Das Wetter hat umgeschlagen, so dass die Temperatur nur noch 5-8 Grad beträgt und die höheren Gipfel der Cassiar Mountains sind vom Neuschnee überzuckert. Ein sehr schöner Kontrast zu den gelben Herbstfarben!

Wir unternehmen einige Abstecher vom Highway und erreichen schließlich die Stelle, wo die Straße immer noch einseitig gesperrt ist. Da Svea fürchtet, nicht mehr zurück zu können, sollte die Straße erneut gesperrt werden, verabschieden wir uns hier von hier und wollen unser Glück versuchen, weiter per Anhalter ins Yukon Territorium zu gelangen, wo wir noch einige Touren machen wollen. 

































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