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24.08.2014

Aufbruch in den Himalaja

Bereits 2007, nach meiner Wanderung in Ladakh http://geraldtrekkt.blogspot.de/search/label/Ladakh hatte ich darüber nachgedacht, auch einmal den nepalesischen Himalaya zu besuchen. Zwar sieht die Bergwelt im Osten des Landes um den Mt. Everest grandios aus, aber mit Teehäusern und einer Unmenge an organisierten Touren ist mir diese Gegend nicht mehr  "wild" genug.
Allerdings hatte ich in Büchern von Herbert Tichy und vor allem Peter Mathiessen schon vor langer Zeit über den Westen des Landes gelesen. Zwar ist seit den fünfziger, bzw. siebziger Jahren schon viel Zeit vergangen, aber auch heute noch gilt Westnepal als ziemlich ursprünglich und wird nur von wenigen Touristen bereist.



Zunächst dachte ich daran, diesen Teil des Landes auf dem Great Himalaya Trail, der durch ganz Nepal führt, zu durchqueren. Aber gemeinsam mit Bernd, der schon in Patagonien 2011 mit von der Partie war, entwickelten wir eine zusammenhängende Route von etwa 50 Wandertagen und etwa 650 Kilometern, die zum größten Teil abseits aller Wege verläuft. Wir wollen im Kali Gandaki Tal, der tiefsten Schlucht der Welt auf nur 2700 Meter Meereshöhe starten. In wenigen Tagen steigen wir auf das tibetische Hochplateau auf, wo zahlreiche Pässe über 5000 Meter Höhe dicht an der chinesischen Grenze auf uns warten. Für diesen ersten Abschnitt der Tour planen wir 26 Tage ein, in denen wir die Regionen Dolpo und Mugu bis zum Rara Lake durchqueren möchten. Da wir nahezu die ganze Zeit durch unbesiedeltes Gebiet laufen, starten wir mit Verpflegung für 25 Tage im Rucksack. Für diese anfangs etwa 34 Kilo Ladung hätte ich gerne einen Träger, was ja sonst auch in Nepal üblich ist. War ein Scherz, wir wollen die Tour völlig autark, ohne einheimische Begleiter machen.
Für den zweiten Abschnitt der Wanderung haben wir verschiedene Optionen,  je nachdem wie unser Zustand und die Wetterbedingungen sind. Unsere bevorzugte Variante führt durch das über 7000 Meter hohe Saipal Massiv und tiefe Schluchten in die bewaldeten Regionen und irgendwann zur ersten Straße, die zurück ins Tiefland führt.

Einerseits bin ich von Vorfreude auf dieses hoffentlich grandiose Abenteuer erfüllt.
Andererseits bin ich mir aber auch der zahlreichen Risiken des Vorhabens bewusst:
Werden wir die benötigten Genehmigungen problemlos erhalten?
Schaffen wir es überhaupt mit diesem gigantischen Gewicht in der großen Höhe fertig zu werden?
Ist unsere auf Gewicht optimierte Ausrüstung wirklich für die extremen Bedingungen im höchsten Gebirge der Welt geeignet?
Sind die Routen über steile Pässe und durch enge Täler, die wir auf Google Earth ausgemacht haben, in der Realität auch wirklich gangbar?
Was ist wenn frühe Wintereinbrüche die Pässe unbegehbar machen?

Nun ja, wir wollen ein Abenteuer und keine perfekt durchgeplante Tour, daher sind Unsicherheiten wie die geschilderten integraler Bestandteil. Das wir unseren Plan genauso umsetzen können, halte ich für ziemlich unwahrscheinlich, aber wenn auch nur ein nennenswerter Teil davon funktioniert, werde ich hier ab November viel zu erzählen haben...


Kommentare:

  1. Wir wünschen Euch eine gute Reise und hoffen, dass Ihr die Routen gehen könnt, die Ihr Euch ausgesucht habt und dass das Wetter entsprechend mitspielt. Passt gut auf Euch auf und kommt heil wieder nach Deutschland zurück. Wir freuen uns schon auf die tollen Fotos und einen ausführlichen Reisebericht von Euren erlebten Abenteuern... ganz liebe Grüße von Christine, Jens & Isabelle

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  2. Bringt viele schöne Geschichten und Bilder mit, aber vorallem kommt gesund wieder nach Hause !!!
    Schöne grüsse aus Sondermühlen..
    Nils

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