Zusammenfassung
Nachdem unsere durchgehende Durchquerung der argentinischen Anden gescheitert ist, wollen wir zunächst eine tiefere Route nehmen, brechen dieses Unterfangen aber rasch ab, da es uns eher in die höheren Berge zieht. Daher fahren wir mit dem Bus in die Nähe des Aconcagua, mit 6961 Metern der höchste Berg Südamerikas. Wir möchten eine 5-tägige Runde laufen, die kilometerweit über einen Gletscher führt. Tatsächlich schaffen wir es auch dort bis auf etwa 4500 Meter zu gelangen, allerdings zwingen uns Irrgärten von hohen Penitentes, das sind durch durch Tauen und Frieren entstandene Eiszacken dazu uns schließlich zurückzuziehen, ebenso wie eine Steilstelle auf der Karte, von der wir nicht wissen, ob wir sie bewältigen können.
Die nächsten Tage verbringen wir damit abgelegene Hochtäler, unmittelbar an der Grenze zu Chile zu erkunden, wo wir trotz der Nähe zum Touristenmagnet Aconcagua keinen anderen Menschen sehen. Schließlich besteigen wir noch den 4336 Meter hohen Cerro Penitentes, von dem wir eine grandiose Aussicht auf den höchsten Berg Südamerikas genießen und wandern durch ein schwieriges Tal zurück zur Straße, die am Aconcagua vorbei nach Chile führt.
Morgens im Appartement in Eugenio Bustos schlafen wir erst einmal aus und frühstücken mit Brot und Kaffee. Anschließend verbringen wir viel Zeit damit unseren nächsten, geplanten Abschnitt in Apps wie Mapout, Caltopo, Gaia GPS und Google Earth unter die Lupe zu nehmen und kommen zu dem Schluss, dass einige Flussquerungen wahrscheinlich nicht machbar sind. Daher wollen wir zunächst im Vorland der Anden weiter laufen. Mittags essen wir argentinisches Fastfood an der Straße, lecker und sehr fettig und kalorienreich…
Alle Läden sind am Sonntagnachmittag geschlossen, daher verbringen wir den Tag mit weiterer Planung und unternehmen abends noch einen kleinen Spaziergang durch das angenehme, beschauliche Städtchen. Ein Autokorso scheint auf den Sieg einer argentinischen Mannschaft hinzuweisen.
Am nächsten Morgen gehen wir in den besser ausgestatteten VEA Supermarkt und kaufen für die nächsten 5 Tage ein. Zum Frühstück gibt es Brote mit Avocado und Dulce de Leche, einer Art süßer Kondensmilch, die in Südamerika recht weit verbreitet ist. Ansonsten planen wir weiterhin sehr viel an unseren Alternativrouten.
Am nächsten Morgen stehen wir bald an der Ruta 40 am Ortsausgang, um dorthin zurück zu trampen, wo wir rausgefahren sind. Obwohl schon ein anderer Tramper seinen Daumen raushält, werden wir bald bis nach Pareditas mitgenommen. Es herrscht auf dieser Hauptstraße erstaunlich wenig Verkehr, dennoch kommen eine ganze Reihe Wagen mit ausreichend Platz vorbei. Erstaunlicherweise dauert es eine Stunde und vierzig Minuten, bis uns jemand zu seiner Firma im Nirgendwo an der Straße mitnimmt. Es sind nur noch 18 Kilometer bis zu unserem Ziel, aber auch hier scheint uns das Glück nicht hold zu sein. Schließlich entscheiden wir uns, zu unserer geplanten Route zu Fuß abzukürzen, da wir ansonsten am Nachmittag noch 30 Kilometer bis zum ersten Wasser hätten. Klar, wir haben dann keine ganz zusammenhängende Route mehr, aber was soll’s. Wir laufen noch drei Kilometer auf der Straße und biegen dann in einen breiten Fahrweg ab, der uns durch eingezäuntes Buschland zur alten Ruta 40 führt. Unterwegs sehen wir einen großen Bockkäfer. Wir öffnen einen Zaun und machen es uns im Schatten von Bäumen bequem für die Mittagspause als ein Wagen mit einigen Frauen auftaucht, die den Zugang zu dem Grundstück schließen wollen, also gehen wir wieder raus und finden ganz in der Nähe Schatten. Während ich bisher noch begeistert war, eine neue Route als Alternative zu unserer ursprünglich geplanten Bergtraverse gefunden zu haben, beschleichen mich jetzt arge Zweifel: Lohnt es sich wirklich, eine viel weniger attraktive Strecke zu laufen, die zu nennenswerten Teilen zivilisationsnah über Straßen führt? Will ich nicht eigentlich lieber eher wildnisartige Gebiete erkunden? Ich diskutiere meine Zweifel mit Anke, die genau so denkt, und wir beschließen von der Idee einer zusammenhängenden Route Abstand zu nehmen und hier nicht weiter zu laufen!
Nach unserer Mittagspause gehen wir auf der alten RN 40 weiter Richtung Pareditas. An einem Kanal füllen wir noch einmal unsere Wasservorräte auf und schlagen uns nach insgesamt 15 Kilometern, 6 Kilometer vor dem Ort ins Buschland, denn wir wollen endlich wieder draußen schlafen. Die letzten Kilometer zu dem Ort laufen wir morgen früh und finden dann hoffentlich einen Bus. Den heißen Nachmittag verbringen wir im Schatten zwischen den Betonwänden eines Kanalüberlaufs und kochen später Kartoffelbrei mit Erdnüssen, Zwiebel und Knoblauch, der offenbar von einem LKW gefallen ist. Trotz der Nähe zu der unbefestigten Ruta 40 ist es hier sehr ruhig.
Am nächsten Morgen stehen wir bald an der Ruta 40 am Ortsausgang, um dorthin zurück zu trampen, wo wir rausgefahren sind. Obwohl schon ein anderer Tramper seinen Daumen raushält, werden wir bald bis nach Pareditas mitgenommen. Es herrscht auf dieser Hauptstraße erstaunlich wenig Verkehr, dennoch kommen eine ganze Reihe Wagen mit ausreichend Platz vorbei. Erstaunlicherweise dauert es eine Stunde und vierzig Minuten, bis uns jemand zu seiner Firma im Nirgendwo an der Straße mitnimmt. Es sind nur noch 18 Kilometer bis zu unserem Ziel, aber auch hier scheint uns das Glück nicht hold zu sein. Schließlich entscheiden wir uns, zu unserer geplanten Route zu Fuß abzukürzen, da wir ansonsten am Nachmittag noch 30 Kilometer bis zum ersten Wasser hätten. Klar, wir haben dann keine ganz zusammenhängende Route mehr, aber was soll’s. Wir laufen noch drei Kilometer auf der Straße und biegen dann in einen breiten Fahrweg ab, der uns durch eingezäuntes Buschland zur alten Ruta 40 führt. Unterwegs sehen wir einen großen Bockkäfer. Wir öffnen einen Zaun und machen es uns im Schatten von Bäumen bequem für die Mittagspause als ein Wagen mit einigen Frauen auftaucht, die den Zugang zu dem Grundstück schließen wollen, also gehen wir wieder raus und finden ganz in der Nähe Schatten. Während ich bisher noch begeistert war, eine neue Route als Alternative zu unserer ursprünglich geplanten Bergtraverse gefunden zu haben, beschleichen mich jetzt arge Zweifel: Lohnt es sich wirklich, eine viel weniger attraktive Strecke zu laufen, die zu nennenswerten Teilen zivilisationsnah über Straßen führt? Will ich nicht eigentlich lieber eher wildnisartige Gebiete erkunden? Ich diskutiere meine Zweifel mit Anke, die genau so denkt, und wir beschließen von der Idee einer zusammenhängenden Route Abstand zu nehmen und hier nicht weiter zu laufen!
Nach unserer Mittagspause gehen wir auf der alten RN 40 weiter Richtung Pareditas. An einem Kanal füllen wir noch einmal unsere Wasservorräte auf und schlagen uns nach insgesamt 15 Kilometern, 6 Kilometer vor dem Ort ins Buschland, denn wir wollen endlich wieder draußen schlafen. Die letzten Kilometer zu dem Ort laufen wir morgen früh und finden dann hoffentlich einen Bus. Den heißen Nachmittag verbringen wir im Schatten zwischen den Betonwänden eines Kanalüberlaufs und kochen später Kartoffelbrei mit Erdnüssen, Zwiebel und Knoblauch, der offenbar von einem LKW gefallen ist. Trotz der Nähe zu der unbefestigten Ruta 40 ist es hier sehr ruhig.
Morgens beim süßen Frühstück des Hostels, lernen wir ein älteres Paar aus Berlin kennen, dass per Bus in Südamerika unterwegs ist. Anschließend gehen wir zur Busstation wo wir den Andesmar Bus zur Puente de Inca für 6 Euro nehmen, der uns 8:15 losfährt. Schon bald bleibt die grüne Landschaft um Uspallata zurück und die Fahrt führt oberhalb des Rio Mendoza weiter durch eine felsige, trockene Landschaft, wo es zunehmend weniger Sträucher gibt. Gegen 9:30 erreichen wir dann Puente de Inca auf etwa 2700 Meter Höhe wo es eine ganze Reihe Verkaufsstände gibt.
Die Puente ist eine natürliche Brücke aus Konglomeratgestein durch die ein Bach fließt. Von den Mineralien der heißen Quelle in der Nähe ist sie gelb gefärbt.
Auf einer Fahrspur laufen wir an einigen Häusern und einem Maultiergehege vorbei zu einer alten Eisenbahnbrücke. Hier schieben wir das Auto eines argentinischen Paars an, dass nicht mehr anspringt. Die Brücke führt über eine tiefe Schlucht. Glücklicherweise sind die Abstände zwischen den Schwellen so klein, dass man nicht durchfallen kann. Nichts desto Trotz ein kleiner Nervenkitzel. Auf einem deutlichen Pferdepfad laufen wir dann etwa 5 Kilometer durch die Talebene, bis wir den Bach der aus einer Schlucht kommt barfuß durchwaten. Dann steigt der Pfad etwa 300 Meter an, bis über der Schlucht das Terrain abflacht und wir weiter in das Tal wandern. Nach unserer Mittagspause in der Sonne geht es in die nächste Schlucht. Wir sehen einige, kleine, grüne Papageien und eine große, farbige Eidechse auf einem Stein. Insgesamt kommen uns eine Hand voll Wanderer und zwei uniformierte Reiter entgegen. An der kleinen Steinhütte Refugio Grajas sind fünf Zelte aufgebaut und ein Pfad führt von hier zu den steil aufragenden, ockerfarbenen Felsen der Penitentes. Wir steigen über eine Lehne weiter hoch und schlagen schon um 15:15 unser Lager in einem grünen Tal mit gelben Blumen, einem Bach und einigen Kühen auf. Für die Höhenanpassung ist es wichtig nicht zu schnell aufzusteigen, knapp 3500 Meter Höhe reichen für heute…
Da es hier einige niedrige Sträucher gibt, kochen wir auf dem Hobo Kartoffelbrei mit Zwiebel, Knoblauch und Erdnüssen. Gegen 18 Uhr brechen wir zu einem Abendspaziergang zu einem Hügel aufwärts in 1,7 km Entfernung und 330 Höhenmeter Aufstieg. Der Anstieg im Schotter ist nicht allzu steil und die farbenprächtigen, vielfältigen Berge lohnen alle Mühen. Zurück am Zelt liegt das Tal schon im Schatten und es wird kühl.
Heute war der erste Tag seit dem ich meine Blase unter dem Fuß entwickelt hatte, an dem das Gehen nicht geschmerzt hat.
Am Morgen ist es kalt und windig, so dass wir im Zelt bleiben, bis die Sonne gegen 8 Uhr fast bei uns ist und es schnell wärmer wird.
Bald verengt sich das offene Tal zu einer Schlucht aus der ein Pfad mit Fußspuren heraus führt. Kleine Bäche sind noch gefroren. Es ist dann nicht mehr sehr weit bis zu einem flachen Pass auf 3800 Meter Höhe. Auch der Abstieg ist nicht steil. Entfernt unter uns sehen wir zwei Guanakos. Etwas später beobachten wir eine weitere 6- köpfige Gruppe entfernt auf der anderen Talseite.
Schließlich erreichen wir das Tal des Rio Blanco auf 3200 m Höhe. Den Bach können wir ohne Probleme barfuß durchwaten. Nachdem wir ein weites Kiesbett durchquert haben, tauchen wir in eine Schlucht ein, die zunehmend enger und schwieriger wird. Dennoch sehen wir einige Kühe. Den ersten Ausstiegsversuch brechen wir bald ab, weil der Hang zu steil ist aber auch an der nächsten Stelle geht es noch schroff hoch im Schotter. Oben angekommen erkennen wir, dass es besser gewesen wäre, gar nicht erst in die Schlucht zu laufen. Oberhalb der Klamm ist das Terrain viel einfacher und wir gewinnen Höhe auch wenn es keine richtigen Pfade mehr gibt. Bevor der Aufstieg zum Gletscher beginnt, schlagen wir bereits um 14:20 an einem Bächlein unser Lager auf 3752 m Höhe auf. Etwas entfernt sehen wir noch ein Guanako.
Wir relaxen in der Nachmittagssonne und unternehmen später noch einen Spaziergang in die Richtung unserer morgigen Wanderung. Während es an unserem Zeltplatz noch recht grün ist, sind bald nur noch einige leuchtende, gelbe Blumen zu sehen, ansonsten herrschen Steine und Geröll der Gletschermoräne vor.
Trotz der Höhe ist die Nacht nicht zu kalt. Zu unserer Überraschung hat sich ein winziger Skorpion unter dem Zelt versteckt. Um 7:15 starten wir in Wind- bzw. Regenjacken. Allerdings ist das doch ein bisschen wenig, vor allem Handschuhe wären durchaus angebracht. Wo wir gestern Abend umgekehrt sind, müssen wir einen ziemlich steilen Aufstieg an einer Schotterhangstufe bewältigen. Oben angekommen sehen wir den mächtigen Aconcagua die Berge der Umgebung überragen. Vorraus sehen wir bereits den Gletscherabbruch auf denen wir durch zerklüftetes Moränengelände zulaufen. Noch ist hier auf etwa 4000 Meter alles gefroren und die Sonne braucht bis fast 11 Uhr um über die Berge zu steigen und die Schatten zu vertreiben. Einmal durchqueren wir einen Bach barfuß, ein eiskaltes Vergnügen!
Dann erreichen wir den Gletscher, der teilweise unter Schutt vergraben ist. Überall ragen dicht an dicht hohe, tw. spitz geformte Eiszacken auf. Wir versuchen diese Labyrinthe der ,,Penitentes’’ weitgehend zu meiden, indem wir wenn möglich auf den Schotter ausweichen. Schließlich geht es noch einmal eine Stufe im steilen Schotter hoch, dann können wir kilometerweit über den jetzt flacheren Gletscher schauen. Einem teilweise noch gefrorenen Schmelzwassersee weichen wir besser aus. Immer wieder geht es auch in die Labyrinthe aus Büßereis. Hier ist das Vorankommen extrem schwierig und langsam. Außerdem ist fraglich, ob der steile Abstieg vom Gletscher überhaupt möglich ist. Als wir schließlich einsehen müssen, dass der Gletscher kilometerweit so schwierig bleibt, treten wir auf 4500 Meter Höhe gegen Mittag den Rückzug an. Inzwischen ist der Matsch unter der brennenden Sonne teilweise aufgetaut und die Bäche sind deutlich angeschwollen. So eindrucksvoll der Gletscher und seine Umgebung auch sind, freuen wir uns doch sehr als das erste Grün wieder auftaucht und Insekten fliegen. Gegen 16 Uhr schlagen wir dann unser Lager ganz in der Nähe unseres gestrigen Zeltplatzes auf, waschen uns und relaxen in der Sonne.
Später kocht Anke mit einigen unserer verbliebenen Knoblauchzehen eine Suppe. Bereits um 19 Uhr ist die Sonne verschwunden, es wird deutlich kühler und wir ziehen uns ins Zelt zurück.
Am nächsten Morgen starte ich mit Daunenjacke und Handschuhen, die ich aber schon bald ablegen kann, als die Sonne erscheint. Wir laufen das Tal wieder abwärts, diesmal aber auf der Schulter, so dass die Route viel einfacher ist. Auch der Abstieg ins Tal des Rio Blanco stellt hier kein Problem dar. Bald laufen wir dieses Tal abseits des Bachs ein Stück aufwärts und schlagen bereits um 9:30 unser Lager auf. Allerdings wandern wir dann ohne Gepäck weiter aufwärts, zunächst in einer hügeligen Gegend zwischen einigen Bacharmen an denen einige Kühe leben. Nach unserer Mittagspause beschließen wir getrennt voneinander weiter zu laufen, da ich eine größere Runde drehen will. Ich laufe auf die schroffen Berge an der chilenischen Grenze zu. Schließlich geht es im Moränenschutt aufwärts. Dann bin ich auf einem unter Sediment vergrabenen Gletscher und steige bis auf 4000 Meter Höhe auf. Stellenweise fließen schmutzig gelbe Bäche aus dem Eis. Auch der Abstieg ist nicht zu steil und ich steige auf einen Hügel mit guter Übersicht auf den Oberlauf des weiten Rio Blanco Tals. Mittlerweile ist es extrem windig. Im Tal sehe ich dann noch viele Blumen und einige Kondore und bin gegen 16:30 zurück im Lager. Hier hält Anke das Zelt gegen den Sturm von innen fest. Ein Stück weiter unterhalb gibt es ein geschützteres Plätzchen, daher bauen wir das Zelt im Sturm ab, was nicht ganz einfach ist. An unserem neuen Zeltplatz ist es zwar ruhiger, aber immer noch sehr windig.
Das bleibt leider auch während der Nacht so, daher fällt unser Schlaf nicht besonders gut aus.
Am Morgen gehen wir talabwärts und durchwaten den Rio Blanco zweimal barfuß. Eine Gruppe Pferde und Maultiere beachtet uns kaum. Wir steigen auf einem Grat aufwärts, bis wir erkennen, dass der Pass den wir überqueren wollten, wahrscheinlich zu steil ist. An einem traumhaften, windgeschützten Plätzchen lassen wir uns für längere Zeit nieder und beobachten eine Gruppe von 14 Guanakos entfernt auf der anderen Talseite. Wir steigen in das Tal ab und laufen dann aufwärts zu dem 2800 Meter Pass, den wir schon vom zweiten Tag hier kennen. Stellenweise finden wir versteinerte Ammonite. Danach nehmen wir eine andere Route. Zunächst können wir Viehpfaden im Schotterhang folgen. Diese verlieren sich schließlich und wir tasten uns Schritt für Schritt in dem steilen Gelände weiter. Hier will man auf keinen Fall ausrutschen, dementsprechend sind wir sehr erleichtert, als wir einen Pass erreichen, von dem wir steil, aber unschwierig in ein breites, hügeliges Tal absteigen, wo wir schon un 14:30 Uhr unser Lager aufschlagen. Anschließend wandern wir ohne Gepäck talaufwärts. In der Nähe eines kleinen Sees weiden einige Kühe und teilweise können wir guten Pfaden folgen. Schließlich drehen wir um und kehren zurück ins Lager, wo es mal wieder so windig ist, dass wir uns ins Zelt zurückziehen.
Gegen Morgen ist es ziemlich kalt. Da wir es zur Zeit nicht eilig haben, brechen wir erst auf, als die Sonne um 8:20 schon da ist. Wir folgen einem guten Pfad talabwärts und sind erstaunt, als an einer Stelle ein richtiger Bach aus dem Boden schießt. Bei 3300 Meter erreichen wir das Tal oberhalb des Refugios mit den Zelten vom ersten Tag. Auch heute stehen dort vier Nylonbehausungen. Ab hier schraubt sich ein Pfad in Serpentinen aufwärts.Bald erscheint der 6961 Meter hohe Schneegipfel des Aconcagua und wir können herrliche Aussichten genießen. Obwohl wir ja schon seit fünf Tagen ständig über 3000 Meter sind, fällt uns das Atmen noch ganz schön schwer . Vor allem Anke hat ziemlich zu kämpfen.
Irgendwann taucht Richtung Süden der Vulkan Tupungato mit stolzen 6570 Meter Höhe auf, der allerdings nicht die typische Vulkanform hat. Das letzte Stück zum Gipfel des 4356 Meter hohen Cerro Penitentes ist dann flacher und gegen 13 Uhr sind wir oben. Außer uns ist noch eine 8- köpfige Gruppe Argentinier aus Buenos Aires da, mit denen wir einige Worte auf Englisch wechseln. Die Aussicht zum Aconcagua ist gigantisch! Das erste Stück des Abstiegs kennen wir bereits, dann gehen wir recht flach zu einem Pass. Zwei Steinmännchen weisen den Weg nach unten. Allerdings steigen wir nicht ins Tal ab, da das wahrscheinlich in eine unzugängliche Schlucht führt. Statt dessen suchen wir uns den Weg über den Grat, der parallel zum Bach führt. Zwar gibt es keine Steinhaufen mehr, allerdings zeigen Kuhspuren, dass der Abstieg wohl möglich ist. Außerdem hilft uns ein GPS- Track, den jemand auf Gaia hochgeladen hat. Nichts desto trotz ist das Vorankommen nicht ganz einfach, besonders ein sehr steiles Schotterfeld stellt eine Herausforderung dar. Schließlich haben wir es aber geschafft und schlagen nach einem anstrengenden Tag unser Lager am Bach auf, bevor eine Schlucht beginnt. Heute ist es endlich mal nicht windig, so dass wir draußen sitzen, bis gegen 19 Uhr die Sonne hinter dem Berg verschwindet und es kühl wird.
Schon um kurz nach 7 sind wir wieder unterwegs. Das Tal ist meist schluchtartig eng, daher kommen wir nur langsam voran und müssen oft die Bachseite wechseln, was bei dem bescheidenen Gewässer kein Problem ist. Es ist erstaunlich grün hier mit vielen, gelben Blumen. Ab und zu sehen wir noch ein Steinmännchen. Zwei Stellen sind ziemlich knifflig: An der einen ist der Hang abgerutscht, so dass ich zunächst etwa 5 Meter auf dem Hosenboden langsam Richtung Bach rutsche. Dabei schürfe ich mir die Hand etwas auf. Anke lässt zunächst ihren Rucksack rutschen, den ich nicht auffange, weshalb er im Bach landet, wo ich ihn rasch raus fische.
Die zweite Stelle an der der Bach durch eine enge Klamm fließt, sieht zunächst sehr bedrohlich aus, wir finden aber eine gute Möglichkeit um nicht zu steil abzusteigen. Schließlich öffnet sich das Tal etwas und wir sehen Pferdespuren. Irgendwann führt ein Pfad aus dem Tal und wir steigen dann nach Villa Los Penitentes ab, wo wir gegen 10:45 nach 7 Kilometern ankommen. Es handelt sich um einen winzigen Skiort, wo jetzt im Sommer nichts los ist.
Um kurz nach 12 nehmen wir den Andesmar Bus zum Terminal in Mendoza. Hier buchen wir ein Hostel nicht zu weit entfernt, gehen später noch einkaufen und kochen uns ein frisches Festmahl!
Nachdem wir uns am nächsten Morgen eine leckere Rühreimahlzeit zubereitet haben, gehen wir zu einem Einkaufszentrum. Dort finden wir Ersatz für meine Schuhe, an denen ich mir bei der gestrigen Rutschpartie an beiden Seiten die Nähte aufgerissen habe. Anschließend gehen wir Vorräte für 13 Wandertage einkaufen. Zwar ist das Sortiment nicht schlecht, aber die Preise sind größtenteils höher als in Deutschland. Zurück im Hostel verbringen wir lange Zeit damit, die Originalverpackungen zu entfernen und überschaubare, gleichmäßige Portionen in Gefrierbeuteln zu verstauen. Anschließend gehen wir zum Busbahnhof, wo man uns zunächst erzählt, dass die Verbindung die wir gestern erhalten haben, nicht existiert. Erst nach einigem Herumfragen finden wir den Schalter der Buslinie Vallecito, die Mittwochs und Samstags einen Direktbus für 22 Euro nach Guandacol, dem Ausgangspunkt unserer nächsten Wanderung haben. Da heute erst Donnerstag ist, entscheiden wir uns einen weiteren Tag in Mendoza zu bleiben um diesen Bus nehmen zu können. Im Hostel bereiten wir uns dann eine weitere, üppige Mahlzeit zu.
Am nächsten Morgen gehen wir nach dem Frühstück in die Stadt. Mendoza ist tatsächlich ziemlich grün und einladend mit vielen Parks und Restaurants wo man draußen sitzen kann. An einem großen Gemeinschaftsnest beobachten wir etliche, kleine, grüne Papageien.Außerdem sehen wir einen Kolibri. Wir schlendern durch die Markthalle und entdecken einen „Tenedor libre“, ein All you can eat Buffet! Genau das Richtige für hungrige Wanderer! Als wir Stunden später wieder raus kommen, suchen wir uns erst mal ein schattiges Plätzchen in dem riesigen General San Martin Park. Leider hat Anke ihre Kappe liegen gelassen und das Restaurant ist bis später abends geschlossen. Glücklicherweise finden wir in einem kleinen Laden Ersatz. Das war unser „Touritag“ in Mendoza. Ab Morgen geht es wieder ans Wandern!











































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