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01.11.2013

Trekking und Packrafting im Kimberley 1

Die Kimberley Region im Nordwesten Australiens ist ein gutes Stück größer als Deutschland, wird aber nur von etwas 40.000 Personen bewohnt, die zum Großteil in lediglich drei Städten leben. Es gibt nur eine Asphaltstraße und einige Erdpisten. Der Großteil des Gebietes wird von riesigen, sehr extensiv bewirtschafteten Rinderfarmen eingenommen, es gibt aber auch einige Nationalparks und andere Reservate. Inzwischen wurde ein nennenswerter Teil des Landes auch wieder den Aborigines zurück gegeben. Im Kimberley fällt mehr Regen als in Deutschland, dieser konzentriert sich aber auf einige Monate, zwischen Mai und November regnet es fast gar nicht. Diese riesige tropische Wildnis hatte ich mir als Ziel für meine größere Tour in Australien ausgesucht.

Der Drysdale River ist mit 432 Kilometern Länge einer der größeren Flüsse im Kimberley. Er fließt mit seinem Mittellauf durch den gleichnamigen Nationalpark, das größte geschützte Gebiet der Region. Allerdings gibt es dort keinerlei Infrastruktur, weder Straßen, Flugpisten oder gar markierte Wanderwege. Perfekte Voraussetzungen für ein schönes Wildnisabenteuer!
Während der Vorbereitungen für die Tour stieß ich auf http://www.bushwalkingholidays.com.au/index.shtml

Russel Willis führt mit seinem Unternehmen bereits seit 1986 in ganz Nordaustralien anspruchsvolle weglose Wildniswanderungen durch. Sehr empfehlenswert! Seine Website ist eine wahren Fundgrube.
Über ihn kaufte ich auch die von mir für das Kimberley Abenteuer benötigten topographischen Karten. Im Verlauf unseres e- mail Kontakts erfuhr ich von ihm, dass zu meiner beabsichtigten Reisezeit eine seiner Gruppen mit Geländewagen von Darwin zum Kimberley fährt, und ich mitfahren kann. Genial! Und so schließe ich mich also unmittelbar nach Janas Abflug in Darwin einer Reisegruppe von Willis's Walkabout an.
Wir fahren zunächst nach Katherine, danach geht es weiter Richtung Kununarra. Im Gregory Nationalpark halten wir an am Straßenrand. Der Guide Paul hat von Russel GPS- Koordinaten von einer Felsgalerie mit Aborigine Kunst erhalten. Wir erklimmen einen Felshang und haben bald einen tollen Ausblick über das Tal des Victoria River.

                     Victoria River im Gregory Nationalpark


                                                 Felswand voll Aborigine Kunst

Bald werden wir fündig und sind erstaunt welche Vielfalt an fantastischen Zeichnungen wir hier vorfinden. Überall sonst gäbe es für so etwas Außergewöhnliches ein eigenes Besucherzentrum, geführte Spaziergänge und erläuternde Tafeln. Obwohl unmittelbar in der Nähe der Straße gelegen, ist diese Galerie aber sicher nur wenigen Menschen bekannt.
Auf den meisten Zeichnungen werden Tiere dargestellt, teilweise erscheint es uns aber ziemlich rätselhaft welche Art jeweils porträtiert wird. Es bleibt viel Raum für Fantasie.



                                              Fantastische Felsbilder

Erschien Jana und mir schon die Straße nach Katherine einsam und wenig befahren, sind wir jetzt so richtig im Outback gelandet. Stunde um Stunde vergeht, dennoch begegnen uns  auf der guten Asphaltstraße kaum andere Fahrzeuge. Spät abends erreichen wir den ersten Ort in Westaustralien, Kununarra und übernachten in einem Hostel. Beim gemeinsamen Abendessen lerne ich die Mitglieder der Reisegruppe näher kennen und muss sagen: Allesamt nette, interessante Leute.
Am nächsten Tag erreichen wir bald das Ende des Asphalts und fahren auf der guten Gibb River Road weiter. Auch die beiden Furten die wir durchfahren müssen, stellen jetzt in der Trockenheit kein Problem dar. Irgendwann erreichen wir die Kalumburu Road, über die die Gruppe ihr Ziel, den Mitchell Plateau Nationalpark erreichen will.

                                        Unterwegs auf den Pisten des Kimberley

Wir hatten verabredet, dass ich an der Drysdale River Station aussteige. Dabei handelt es sich um eine mehr als 4000 qkm große Rinderfarm, auf deren Territorium ich die nächsten Tage unterwegs sein werde. Da ich weder ein Permit für den Nationalpark, noch die Erlaubnis der Station über ihr Land zu laufen habe, möchte ich so wenig wie möglich Aufsehen erregen. Mir war das Risiko zu groß, dass mir da ich alleine unterwegs bin weder von der Station noch von der Nationalparkbehörde ein Permit erteilt würde, daher halte ich es für besser, möglichst schnell und unauffällig im Busch zu verschwinden. Am Abzweig der Piste der zur Drysdale River Station führt, verabschiede ich mich von der Reisegruppe und "schlage mich unmittelbar darauf in die Büsche".

                                            Das Abenteuer beginnt an der Kalumburu Road

Mein Rucksack ist mit Proviant für 20 Tage, dem Packraft nebst Paddel und einigen Litern Wasser gut über 30 Kilo schwer. Glücklicherweise ist das Vorankommen im offenen Buschland recht einfach.
Aus der Ferne sehe ich den Zeltplatz am Miners Pool, der zur Drysdale River Station gehört und finde schließlich rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit einen Zeltplatz am Fluss. Mir war nicht klar, wieviel Wasser der Drysdale im August, mehr als drei Monate nach Beginn der Trockenzeit führen wird. Daher war ich mir lange Zeit nicht sicher ob es sich lohnt, dass etwa drei Kilogramm schwere Packraft mitzunehmen. Das was ich jetzt vom Fluss sehe, sieht aber gut aus, und steigert meinen Optimismus für die vor mir liegende Tour.

                                             Der erste Abend am Drysdale River






Kommentare:

  1. Hello
    I am organizing this meeting http://packraftingitalia.jimdo.com/whitewater-packrafting-meeting/english-version/
    best
    Antonio

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