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03.09.2026

Durch die Brooks Range 1 Dalton Highway-Arctic Village


 

Im Sommer 2026 erfülle ich mir einen alten Traum: Ich wandere durch die Brooks Range in Alaska, das weltweit größte Hochgebirge, das komplett in der Arktis liegt. Auf einer Breite von etwa 1100 Kilometern, wird die Brooks Range lediglich von einer Straße gequert, dem Dalton Highway, der Anfang der 70'er Jahre zur Erschließung der Ölfelder am Eismeer gebaut wurde. Diese Schotterstraße ist der Ausgangspunkt für mein Abenteuer. 


                     Dalton Highway-Arctic Village 15 Tage, 246 km


Von Frankfurt fliege ich nach Fairbanks, der zweitgrößten Stadt Alaskas. Nachdem ich dort logistische Dinge, wie den Versand von Paketen in zwei abgelegene Dörfer erledigt habe, trampe ich nach Norden. Für die etwa 700 Kilometer, meist auf Schotter, benötige ich lediglich einen Tag. Besonders eindrucksvoll ist die Fahrt mit einem großen Tanklastzug.

Zum Start meiner Wanderung Anfang Juni ist der Frühling noch kaum in der Brooks Range eingekehrt. Nach dem kältesten Winter seit Beginn der Aufzeichnungen, der gleichzeitig viel Schnee gebracht hat, sind die Bedingungen ziemlich ungemütlich. Das bemerke ich vor allem am dritten Tag, als ich den ersten Pass überqueren will. Dabei muss ich erkennen, dass einfach noch zu viel Schnee liegt, in den ich bei jedem Schritt tief einsinke. Kurzerhand plane ich meine Route um, damit ich in tiefer gelegenen, größtenteils bewaldeten Tälern laufen kann. Dadurch verlängert sich die geplante Strecke erheblich und ich weiß nicht, ob ich in wahrscheinlich dichterer Vegetation schnell genug vorankommen werde, um mit meinem Proviant für 16 Tage auszukommen. 

In den nächsten Tagen zeigen sich die ersten Weidenkätzchen und irgendwann erscheint das Grün der Zwergbirkenblätter. Für die Überquerung der großen Flüsse, wie dem Wind River ist mein kleines Packraft unerlässlich. Zunächst bin ich etwas skeptisch, ob ich mit der weniger als ein Kilo wiegenden Nussschale durch die Schneeschmelze angeschwollene, teilweise ziemlich wilde Flüsse überqueren kann, aber alles geht gut. Zwar habe ich auch viele sumpfige Abschnitte zu bewältigen, aber insgesamt komme ich gut voran. Die Flusstäler inmitten der noch ziemlich verschneiten Berge bieten großartige Landschaftseindrücke und das Wetter ist bald ziemlich gut. Das zaubert auch die ersten Mücken hervor, eine Plage, die mich dann durchgehend in den nächsten Monaten begleitet. Während ich auf die verzichten könnte, freue ich mich stets über Frühlingsblumen, wie Küchenschellen, mit denen ich in Alaska nicht gerechnet hatte. Schließlich erreiche ich nach 15 Tagen Arctic Village, ein Dorf der Gwiichin Athabasken. Dort hole ich mein Verpflegungspaket für den nächsten Abschnitt von der Post, und kann in einer ehemaligen Schule schlafen und meine Powerbänke wieder aufladen. 


Essen für 16 Tage



Mit einem Tankzug auf dem Dalton Highway



mein erstes Lager

Die ersten Weidenkätzchen erscheinen


Das Eis in den Tälern hält sich noch lange

Erste Frühlingsblumen

Etwas weiter oben herrscht noch Winter

Oft sinke ich in tiefen Schnee 

Dezember oder Juni?

Ich nehme eine tiefere Route


Hier komme ich gut voran





Manche Seen sind noch komplett vereist

An den Seen beobachte ich Wasservögel und einen Biber

Premiere mit meinem Packraft auf einem kleinen Bach

Küchenschellen wachsen hier auf trockenen Rücken

Im lichten Wald finde ich oft tolle Lagerplätze

Plötzlich sind die Zwergbirken grün

Abwechslungsreiche, großartige Landschaft

Mit der Wärme kommen die Mücken!

Mein Packraft ist unentbehrlich für die Flussüberquerungen


Die Fichten blühen

Lupinen

Arctic Village kann nur per Flugzeug erreicht werden, es sei denn man läuft 15 Tage...

In der Post nehme ich mein Paket in Empfang

Ich darf in der alten Schule übernachten

Der alte Jäger zeigt mir wo ich schlafen kann





















23.12.2025

Süd-Utah 8 Kanab- Cedar City

 


               8 Tage, 218 Kilometer, 5602 Höhenmeter Aufstieg

Zusammenfassung


Auf dem letzten Abschnitt unserer großen Wanderung durch Süd- Utah, müssen wir uns durch dichten Bewuchs am Kanab Creek quälen. Im Peekaboo Canyon wandern wir zwischen sehr eng beieinander stehenden Wänden. Als wir den East Fork des Virgin Rivers unzählige Male durchqueren müssen, verlassen wir schließlich den Canyon und gelangen dann auf einer abgelegenen Route in den Zion Nationalpark, wo wir den East Rim Trail laufen. Der Orderville Canyon wartet mit einer für uns unüberwindlichen Stufe auf, weshalb wir uns zurückziehen müssen, und dann teilweise durch Privatland direkt bis nach Cedar City laufen, wo nicht nur unsere Tour durch die fantastische Landschaft Utahs endet, sondern auch die 10 Monate Wanderschaft, die wir in diesem Jahr erleben durften, an ihr Ende gekommen sind. 

22.12.2025

Süd-Utah 7 Bryce Canyon Village-Kanab

 


               6 Tage, 143 Kilometer, 3233 Höhenmeter Aufstieg

Zusammenfassung


Als wir Bryce Canyon verlassen, liegt Nebel über der bizarren Felsenlandschaft, was der Szenerie in dieser eigentlich sonnigen Gegend eine ungewöhnliche Note verleiht. Wir wandern dann durch eine einsame Landschaft unterhalb der Steilkante des Paunsagunt Plateaus. Offene Flächen, lichter Kiefernwald mit majestätischen Bäumen und alte Waldbrandflächen voller gelb verfärbter Eichen wechseln sich ab. Außerhalb des Nationalparks ist der Pfad stellenweise ziemlich zugewachsen, aber noch begehbar. Wir laufen dann größtenteils auf Fahrspuren weiter, bevor es weglos zum Cutler Point, mit seinem riesigen, gelben Felsüberhang geht. Am nächsten Tag erreichen wir Kanab, eine ruhige Kleinstadt, die der größte Ort weit und breit ist. 

21.12.2025

Süd-Utah 6 Tropic-Bryce Canyon Village

 


               3 Tage, 38 Kilometer, 1245 Höhenmeter Aufstieg

Zusammenfassung


Auf dieser kurzen Etappe erkunden wir ausgiebig den Bryce Canyon Nationalpark, da wir uns anschließend für zwei Nächte in einem Hotel einmieten, wo wir gemütlich eine Schlechtwetterfront aussitzen.

20.12.2025

Süd-Utah 5 Escalante-Tropic

 


                    5 Tage, 108 km, 2715 Höhenmeter Aufstieg

Zusammenfassung


Von Escalante folgen wir dem Alvey Wash ins Kaiparowits Plateau, einem Teil des 10.000 Quadratkilometer großen Grand Staircase-Escalante Nationalmonuments. In einem Seitencanyon stetig höher steigend verändert sich die Landschaft und am Canaan Peak sind wir in hohem Nadelwald. Am nächsten Tag geht es zunächst ein Stück abwärts, bis wir am Powell Point, der die ganze Gegend weit überragt, bis auf 3150 Meter Höhe gelangen. Hier oben tragen die Zitterpappeln bereits keine Blätter mehr, es ist windig und kalt. Dafür können wir am nächsten strahlend klaren Morgen die ganze Palette der leuchtenden Herbstfarben erleben. Schließlich gelangen wir über den Henderson Canyon abwärts nach Tropic, wo wir uns für den nächsten Abschnitt durch den Bryce Canyon Nationalpark neu verpflegen. 

19.12.2025

Süd-Utah 4 Boulder-Escalante

 


               3 Tage, 30 Kilometer, 906 Höhenmeter Aufstieg


Zusammenfassung


Auf der kurzen Etappe von Boulder nach Escalante, folgen wir dem Mailtrail, der allerdings meistens kein wirklicher Weg, sondern eine mit Steinen markierte Route über die nackten, grauen Felsen ist. Der Death Hollow Canyon entpuppt sich als wirklich spektakulär, zwischen steilen Wänden gelegen, fließt ein rauschender Bach durch die üppige Vegetation am Talboden. Da wir genug Zeit haben, bleibt Raum für Erkundungsstreifzüge und auch Kaffeepausen, Kochen und Relaxen kommen nicht zu kurz. 

18.12.2025

Süd-Utah 3 Hanksville-Boulder

 


               7 Tage, 162 Kilometer, 4658 Höhenmeter Aufstieg


                                        Zusammenfassung


Von Hanksville trampen wir zurück zu unserer Route und wandern dann am Rand der 3500 Meter hohen Henry Mountains entlang. Ein kompliziertes Cross Country Stück führt uns dann in den Swap Canyon, dem wir bis in die Senke des Waterpocket Fold im Capitol Reef Nationalpark folgen. Der Upper Muley Twist Canyon, bzw. die Wanderung auf seinem Rand, mit tollen Ausblicken über die zerklüfteten roten und weißen Felsen, stellt einen weiteren Höhepunkt unserer Süd-Utah Traverse dar. Auf Fahrspuren laufen wir anschließend über ein Plateau und steigen dann über den Stair Canyon in höhergelegene Bereiche mit Wäldern aus Ponderosa Kiefern und der herbstlichen Farbenpracht am Boulder Mountain. Schließlich erreichen wir den kleinen Ort Boulder, wo wir uns neu verpflegen. 

17.12.2025

Süd-Utah 2 Needles Outpost-Hanksville






           5 Tage, 143 Kilometer, 2659 Höhenmeter Aufstieg




Zusammenfassung


Auf diesem Abschnitt durchqueren wir zunächst den Needles District des Canyonlands Nationalparks und gelangen an den Colorado. Hier haben wir viel Glück: Vanessa, eine Frau die mit ihrem Packraft Green River und Colorado komplett befahren will, setzt uns nacheinander auf dem gegenüberliegenden Ufer ab. Weiter geht es durch das spektakuläre Felslabyrinth des Maze District, wo wir ein paar nicht ganz einfache Klettereinlagen bewältigen. Schließlich folgen wir einige Kilometer weit Fahrspuren auf einer Hochfläche und steigen dann in den Happy Canyon ab, der uns zum Dirty Devil River führt. Ein Stück weit laufen wir hoch über dem Fluss und wandern dann in den Poison Spring Canyon, wo wir Petroglyphen bewundern. Schließlich erreichen wir die Straße 95 und trampen 27 Kilometer weit nach Hanksville, wo wir uns für den nächsten Abschnitt mit Essen eindecken. 

16.12.2025

Süd-Utah 1 Moab-Needles Outpost

 


                    Süd-Utah gesamt: 44 Tage, 933 Kilometer

Moab- Needles Outpost: 5 Tage, 92 Kilometer, 2662 Höhenmeter Aufstieg

Zusammenfassung


Von Salt Lake City fahren wir mit dem Bus nach Moab, wo wir unsere Wanderung durch Süd-Utah beginnen. Für Anke und mich ist die Canyonlandschaft hier eines der schönsten Wanderziele überhaupt, daher sind wir gespannt was uns erwartet. Das letzte Mal war ich 2009 in der Gegend, als ich den fantastischen Hayduke Trail gelaufen bin. Anke ist diese Route ebenfalls gelaufen, als Teil ihrer großen USA Süd-Norddurchquerung 2019. 

Diesmal wollen wir soweit es geht, Neuland für uns beide betreten. Mittlerweile gibt es etliche Hayduke Varianten. Außerdem ist die Internetseite Across Utah eine wahre Fundgrube. Aus diesen Quellen und ergänzt durch eigene Planung haben wir uns eine eigene Route gebastelt, die uns grob von Moab zum Zion Nationalpark führen soll.

Schon am ersten Tag geht es hinter Moab in der Behind the Rocks Wilderness durch atemberaubende, aber auch schwierig zu durchquerende Canyonlandschaften. Da es in den nächsten Tagen häufig gewittert, haben wir kein Wasserproblem, eher das Gegenteil ist der Fall. 

Ein steiler felsiger Abstieg über 250 Höhenmeter führt uns dann in das Tal des Kane Creek, von wo wir zu einer Hochebene aufsteigen, wo wir im Schutz unserer Zeltplane ein Gewitter überstehen, das Neuschnee auf die nahen La Sal Mountains geschüttet hat. 

Ein weiterer, steiler Klippenabstieg führt uns dann vom Hatch Point in das Lockhart Basin. Hier steigen wir zum Rustler Canyon ab, der uns zum fließenden Indian Creek bringt. Welch ein Gegensatz zu 2009, als es hier nur einige Wasserlöcher gab! Schließlich erreichen wir über eine Ebene die Needles Outpost, wo wir von der Besitzerin freundlich empfangen werden, die uns das Verpflegungspaket übergibt, das wir von Pinedale dorthin geschickt hatten.