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26.11.2023

Auf dem Desert Trail durch die Wüsten der USA 12, Dyer - Tonopah

 



3,5 Tage, 95 Kilometer, 2900 Höhenmeter

Auf dieser Etappe überqueren wir steil emporragende Bergketten, wo es noch erstaunlich viel Schnee gibt. Wir überschreiten den mit über 2800 Meter höchsten Punkt des Desert Trails, bewundern farbige Vulkanberge, entdecken eine Pfeilspitze, die von der langen indianischen Besiedlung dieses abweisenden Landes kündet, baden in einer heißen Quelle und erfahren amerikanische Gastfreundschaft.

21.11.2023

Auf dem Desert Trail durch die Wüsten der USA 11, Death Valley, Furnace Creek - Dyer

 



9 Tage, 221 Kilometer, 7085 Höhenmeter

Auf diesem Abschnitt quälen wir uns zunächst weiter durch die Ebene des Death Valley, erleben eine traumhafte Sanddünenlandschaft und steigen hoch in eine andere Welt, in der fließende Bäche traumhafte Oasen formen. An der Grenze zu Nevada gelangen wir dann in dichten Wald aus Wacholdern und Kiefern. Erstaunlich viel Schnee  erinnert daran dass der Winter dort noch nicht lange vorbei ist. 

16.11.2023

Auf dem Desert Trail durch die Wüsten der USA 10, Death Valley, Furnace Creek- Sheep Canyon

 




1 Tag, 54 Kilometer, 221 Höhenmeter

Um den heißen Temperaturen des Death Valley zu entgehen, laufen wir auf dieser Etappe überwiegend nachts, und legen dabei um die 55 Kilometer in 21 Stunden zurück. Im Dunkeln begegnen wir einer Klapperschlange und zwei Skorpionen…


Am nächsten Morgen sehen wir im Sonnenaufgang einen Koyoten über den Campingplatz streifen. Er weiß bestimmt, dass dort öfter mal etwas Essbares für ihn abfällt. 

Wir haben uns überlegt, dass es wahrscheinlich sinnvoller ist, direkt von Furnace Creek zum Sheep Canyon zurückzulaufen, da wir glauben, dort einfacher einen lift zurück nach Furnace Creek zu finden. Doch zunächst gehen wir zur winzigen Post des Ortes, wohin wir uns ein Paket mit Essen von Twentynine Palms geschickt hatten. Vor allem aber sind wir erleichtert, dass dort eine neue Kreditkarte auf Anke wartet, da ihre alte nicht mehr funktoniert hatte…

Da wir für die nächste kurze Etappe noch genügend Essen haben, bitten wir darum unser Paket hier noch einen Tag lang aufzubewahren, was kein Problem ist. 

Anschließend haben wir noch etwas Zeit in der Oase zu relaxen, da wir erst heute Nachmittag starten wollen, um nicht den ganzen Tag in der gnadenlosen Hitze zu laufen.

Pünktlich um 11 Uhr sind wir dann am Mittagsbuffet des Restaurants, wo wir uns für 23 Dollar so richtig satt essen können. Zwar ist die Auswahl nicht extrem groß, aber Nudeln und Käse, Gemüse, Salat und dann sogar noch Kuchen, sind genau das was unser Herz begehrt. Außerdem sind Getränke im Preis enthalten, so dass wir nach Kamelart versuchen, so viel wie möglich zu trinken, um auf die vor uns liegende Hitze möglichst gut vorbereitet zu sein. 

Um 14 Uhr starten wir dann, mit 8,5 bzw. 9,5 Litern Wasser bepackt. Da wir ja nur etwa 24 Stunden unterwegs sein wollen, haben wir nur wenig Essen dabei, weshalb wir nicht allzu schwer beladen sind. 

Als wir schließlich das klimatisierte Restaurant verlassen, trifft uns die Hitze wie eine Faust im Gesicht. Unglaublich, wie heiß es jetzt ist. So etwas haben wir bislang auf unserer Wanderung noch nicht erlebt. 

Um Strecke zu machen, folgen wir die ersten Kilometer der Straße, auf der lediglich einige Touristen unterwegs sind. Anke ist ziemlich schlecht, und kämpft sich in der Hitze voran. Ob sie nur am Buffet zu viel gegessen hat, oder etwas verdorben war?

Schließlich biegen wir auf eine unbefestigte Piste ab, die das Tal quert. Wir sind sehr froh, auf dem Weg zu laufen, da das Terrain hier teilweise einem umgepflügten Acker mit großen Erdschollen ähnelt, und wir querfeldein wohl nur sehr langsam voran kommen würden. Schließlich biegen wir auf eine  Erdpiste ab, auf der wir dem Westrand des Death Valley Richtung Süden folgen. Erst als die Sonne langsam versinkt, werden die Termperaturen etwas erträglicher. Glücklicherweise beruhigt sich Anke’s Magen wieder. 

Es ist schön in den blauen Abend hineinzulaufen, aus dem noch lange nach Sonnenuntergang die schneebedeckten Berge der Panamint Range leuchten, deren höchster Punkt, Telescope Peak eine Höhe von 3368 Metern erreicht. 

Obwohl es schließlich dunkel ist, laufen wir auf dem gut erkennbaren Weg ohne Stirnlampen weiter. Allerdings verrät uns ein lautes Rasseln bald, dass das wohl keine gute Idee ist. Irgendwo liegt eine Klapperschlange, die wir aufgestört haben! In Windeseile schalten wir unsere Lampen an, sehen das Reptil allerdings nicht. Immerhin hat der kleine Schock gewirkt und wir laufen im Licht der Lampen weiter. Wir wollen Strecke machen, da wir wissen, dass es morgen früh bald wieder glühend heiß sein wird. Trotz des vielen Wassers, dass wir schleppen, rationieren wir die Flüssigkeit und sind ständig durstig. 

Gegen 21:30 sind wir dann aber doch schon so müde, dass wir beschließen, einige Stunden zu schlafen. Natürlich wollen wir unsere Zelte nicht aufbauen, und unter dem Sternenhimmel schlafen. Als wir einen geeigneten Platz abseits des Wegs entdeckt haben, sehen wir im Licht der Stirnlampen einen gelben Skorpion. Vielleicht doch keine gute Idee dort zu schlafen…

Wir gehen also ein Stück weiter, allerdings wartet auch am nächsten potentiellen Schlafplatz schon ein Skorpion, daher bauen wir kurzerhand lediglich das kleine 1-Personenzelt von Anke auf und kuscheln uns dort zusammen. Nach kurzem Schlaf sind wir bereits um 3 Uhr im Licht der Stirnlampen wieder unterwegs. Obwohl man die Gegend im grellen Licht des Tages für ziemlich leblos halten könnte, wimmelt es jetzt von kleinen Nachtfaltern, die unsere Stirnlampen anfliegen.

Im Sonnenaufgang frühstücken wir dann erst einmal etwas Müsli und verlassen dann um 8 Uhr den Weg, um zehn Kilometer weit die flache Salzebene wieder zu durchqueren. Am Rand wachsen noch Büsche und Gräser, aber schon bald befinden wir uns auf der flachen, weiten Fläche, die so charakteristisch für das Death Valley ist. An einigen Stellen hält die weiße Kruste nicht, und wir sacken ein Stück weit in den Schlamm darunter ein, kommen aber insgesamt gut voran.

Bereits um 11 Uhr erreichen wir dann wieder die Straße am Sheep Canyon, wo wir vorgestern angekommen waren. Auch heute haben wir viel Glück, denn das erste Auto, das vorbeikommt hält gleich. Das Paar Ende 50 ist bereits vor 20 Jahren aus Weißrussland hierher emigriert, und hat die große Leidenschaft mit riesigen Geländewagen durch die Wüste zu brettern. Natürlich halten wir gar nichts von so einem Vergnügen, lassen das unsere netten Fahrer aber nicht spüren. Am Badwater, mit 85 Metern unter dem Meeresspiegel der tiefste Punkt Nordamerikas legen wir einen kurzen Stop ein, und sind dann zurück in Furnace Creek, wo wir erst einmal unser Paket mit Essen für 11 Tage von der Post abholen. Wir befürchten, dass uns das hohe Gewicht der Vorräte ziemlich langsam machen wird, zumal wir ja auch noch eine Menge Wasser mitführen müssen, und beschließen daher einen Teil des Essens nicht mitzunehmen. Als wir später Nachbarn auf dem Campingplatz bekommen, ergibt sich die Gelegenheit viel von unseren Erdnüssen und Haferflocken gegen einige Mandarinen zu tauschen, die wir gleich an Ort und Stelle verspeisen. Den Rest des Tages chillen wir im Schatten, kühlen uns im Pool ab, und versorgen die Blasen an den Füßen, die wir uns bei der langen Etappe in der letzten Nacht zugezogen haben. 


In die Hitze des Death Valley

Wie ein Acker...

Salzablagerungen


Mehr als 3000 Meter über dem Tal!




10 Kilometer über die flache Salzebene



Skorpion



10.11.2023

Auf dem Desert Trail durch die Wüsten der USA 9 I 15 (Las Vegas) - Death Valley (Furnace Creek)

 




5,5 Tage, 158 Kilometer, 2738 Höhenmeter

Auf dieser Etappe verlassen wir die Mojave Wüste, erleben eine wahre Blütenpracht im Sand der Kingston Range, durchqueren das Bachtal des Amargosa, eine langgestreckte Oase in der Wüste und steigen schließlich durch den Sheep Canyon 1400 Meter weit zum Boden des Death Valley hinab.

30.10.2023

Auf dem Desert Trail durch die Wüsten der USA 8 Kelso Depot (Baker) - I 15 (Las Vegas)

 



4 Tage, 108 Kilometer, 2931 Höhenmeter


Am nächsten Morgen stehen wir bereits um 7 Uhr an der Straße um nach Baker zu trampen, wo wir neuen Proviant kaufen wollen. Schon bald hält jemand an, der uns fragt, ob wir Wasser brauchen. Ja, Amerikaner sind oft hilfsbereit! Dann kommt eine Rangerin auf ihrem Morgenspaziergang vorbei und eine andere hält bei uns an. Sie will die Toilette am Kelso Depot reinigen und fährt danach zurück nach Baker, darf uns aber nicht mitnehmen. Doch nach einer Dreiviertelstunde haben wir Glück, die etwa 35-jährige Biologin Jenna aus Toronto hält an und nimmt uns mit. Die Forscherin führt in der Mojave Wüste Untersuchungen für ihre Doktorarbeit über die Fraßgewohnheiten von Ameisen durch. Sie bestätigt uns dann auch, dass es hier viel geregnet hat, doppelt so viel als in normalen Jahren!

Die Fahrt führt über 50 Kilometer durch eine weite Landschaft voller Joshua Trees, aus der etliche Vulkankegel ragen. Schließlich erreichen wir den Ort Baker an der Autobahn 15 mit Tankstellen und Fast Food Läden. Im Baker Market kaufen wir für 7 Tage ein, wobei Maischips und Erdnüsse unsere Abendmahlzeiten darstellen werden. Anschließend essen wir Tacos, genießen einen typisch amerikanischen, unversiegbaren Fountain Drink und nutzen das w-lan. Solche süßen Softdrinks sind natürlich ziemlich ungesund, aber wir lieben die kalten Getränke hier und können natürlich auch den Zucker für unseren Energiehaushalt gebrauchen. Zurück an der Straße stehen wir erst einmal eineinhalb Stunden, dann taucht die gute Jenna wieder auf und nimmt uns mit zurück zum Kelso Depot, wo wir jeweils 6 Liter Wasser auffüllen. Anschließend laufen wir einen Weg paralell zur Bahnstrecke, wo uns die kilometerlangen Güterzüge beeindrucken und folgen dann einem Fahrweg zum Globe Canyon. 

Am nächsten Morgen ist es ziemlich frisch, so dass man sogar Handschuhe tragen könnte…

Bald verlassen wir den Fahrweg und wandern auf alten Pfaden weiter aufwärts. Einige alte Schächte zeugen davon, dass hier einst Minen betrieben wurden. Die Summit Spring, ein dreckiges Wasserloch hinter einem Absatz wirkt wenig einladend, aber wir haben genügend Wasser dabei, so dass wir nicht auf die dreckige Brühe angewiesen sind. 

Wir sind hier in den hochgelegenen Providence Mountains, daher ist die Vegetation für die Wüste vergleichsweise üppig, mit Wacholdern, Pinyon Kiefern, grünem Gras und vielen Blumen. Eine so grüne Landschaft haben wir bisher auf dem Desert Trail noch nicht gesehen! Außerdem sind die zackigen Berge, mit ihren vielfarbigen Klippen sehr attraktiv. Nachdem wir einen Kamm erreicht haben, steigen wir ein Stück weit ab, und wandern dann in nicht zu steilem Terrain hoch zum Rand der Wild Horse Mesa, hinter derem Steilabfall sich ein flaches Plateau erstreckt. Eine sehr schöne Landschaft über die wir unsere Blicke weit schweifen lassen können. Zwar sehen wir keine Wildpferde, dafür aber fünf Kühe. Niedergetretenes Gras lässt darauf schließen, dass hier noch mehr der Wiederkäuer weiden. Wir folgen dem Steilabfall der Hochebene einige Zeit und steigen schließlich in eine grüne Ebene ab. Hier gibt es einen markierten Wanderweg des Mojave National Preserve, der zu den dunklen Vulkanwänden des Banshee Canyons führt. Dort gibt es enge Durchgänge, und ein kleines Stück müssen wir einen Kamin hochklettern, wo zur Hilfe Metallringe angebracht sind. 

Bald gelangen wir zum Hole in the Wall Campground, wo wir jeweils 6 Liter Wassser für die nächsten 50 Kilometer auffüllen und dann an einigen Campern und Wohnmobilen vorbei zunächst auf einer Piste und dann auf einer Fahrspur weiter laufen. Ein altes Windrad ist nicht mehr in Betrieb und fördert daher kein Wasser mehr. 

Schließlich schlagen wir unser Lager auf. Wir sind heute etwa 1300 Höhenmeter aufgestiegen und zelten auf 1600 Meter Höhe, daher wird es nach Sonnenuntergang ziemlich frisch, und auch am nächsten Morgen kann man zunächst durchaus Handschuhe tragen, bevor die Sonne dann wieder wärmt. Wir folgen einem Wanderpfad in Richtung des Mid Hill Campgrounds durch eine hügelige Weite mit gelbem Gras und felsigen Hügeln. Allerdings ist der Weg ziemlich schlecht markiert und Kiefern, sowie Wacholder haben sich noch nicht von einem Brand erholt, der hier 2005 getobt hat. Dennoch gefällt uns diese Landschaft sehr gut, wieder eine neue Facette des Desert Trails! 

Am Mid Hills Campground gibt es kein Wasser, aber dennoch stehen hier einige Camper, die teilweise lärmende Generatoren betreiben. Schade, dass es offenbar Leute gibt, die nicht einfach die Stille der Wüste genießen können. Als wir dann steil absteigen, stoßen wir in einem kurzen Tal auf etwas dreckiges Wasser, und folgen dann einem sandigen Trockenbett lange abwärts bevor wir eine Straße überqueren und dann der Piste Cima Road weiter folgen. Lediglich einmal überholen uns einige Geländewagen und streckenweise wandern wir durch einen richtigen Wald aus hohen Joshua Trees. Wir erreichen dann eine Bahnlinie, wo ein langer Güterzug die Schienen blockiert, so dass uns nichts anderes übrig bleibt, als um den Zug herumzulaufen. Dann folgen wir drei Kilometer weit einer Asphaltstraße durch trostloses, verbranntes Gebiet. Sehr traurig die verkohlen Stümpfe der Joshua Trees zu sehen. Anschließend folgen wir ein Stück einer Fahrspur und steigen dann weglos langsam ansteigend in Richtung des flachen Cima Dome weiter auf. Als wir die Cut Spring erreichen, wird es spannend. Zwar dreht sich das Windrad dort, es gibt aber nur eine schlammige Pfütze. Allerdings wurde hier gerade gearbeitet und offenbar Leitungen neu verlegt, daher kann es sein, dass es hier in Zukunft wieder Wasser gibt. Wir wandern weglos weiter und freuen uns, dass das Feuer hier weniger heftig getobt hat. Schließlich schlagen wir gegen 18 Uhr unser Lager zwischen Felsbrocken und Wacholdern auf. 

Am nächsten Morgen lässt die aufgehende Sonne die Palmlilien als scharfe Silhouetten erscheinen. 

Wir steigen noch ein Stück aufwärts bis zum Cima Dome auf 1752 Meter. Da das Terrain hier so flach ist, lässt sich der höchste Punkt alllerdings kaum bestimmen. Anschließend wandern wir durch den trostlosen, verbrannten Joshua Tree Wald stetig langsam abwärts. Ein Gutes hat der Brand allerdings für uns: Die Bodenvegetation ist komplett verbrannt, daher kommen wir gut voran. Als wir die Deer Spring erreichen, wird es wieder spannend: Gibt es hier Wasser, oder erleben wir wieder eine Enttäuschung wie an der Cut Spring?

Als wir näher kommen sehen wir ein algenbewachsenes Bassin, wenig appetilich. Allerdings fließt klares Wasser aus einem Rohr, dass sauber ist, wenn auch mit leichtem Eisengeschmack. Wir füllen uns jeder 6 Liter für die nächsten 50 Kilometer ab, und waschen kurz einige Sachen, bevor wir weiterlaufen. Irgendwann lassen wir das Brandgebiet hinter uns und wandern entlang grüner Palmlilien zu einem sandigen Trockenbett, was auf einer Seite von schwarzen Lavafelsen eingefasst wird. Die rot- schwarze Farbe der Berge ringsum verrät ihren vulkanischen Ursprung. Aus Erfahrung wissen wir, dass das Laufen durch erkaltete Lavaflächen ziemlich schwierig und langsam sein kann, daher sind wir gespannt was uns erwartet. Hier sind die dunklen Felsen aber größtenteils bewachsen, daher kommen wir gut voran. Die weglose Route führt uns durch die Täler zwischen einzeln stehenden Vulkanen, bis wir ein ganzes Stück weit aufsteigen und im abendlichen Gegenlicht herrliche Ausblicke in die weite Landschaft genießen können aus der die schüsselförmigen Vulkane ragen. Ein wenig erinnert mich die Landschaft an das Monument Valley in Utah, auch wenn die roten Berge dort aus Sandstein geformt sind. Wir entdecken den Panzer einer Schildkröte und schlagen erst um 18.45 unser Lager auf. Allerdings ist es hier ziemlich steinig, so dass wir erst einmal eine kleine Fläche säubern, indem wir Steine und Felsen wegräumen.

In der Nacht bekomme ich Zahnfleischschmerzen, die am nächsten Morgen immer heftiger werden. Offenbar habe ich eine Entzündung im Mund, die vielleicht auf ein Zahnproblem hindeutet. Wir folgen lange der Kante eines Steilabfalls und sehen irgendwann bereits die Autobahn I 15, an der wir ja schon in Baker waren. Eigentlich hatten wir vor, die Straße lediglich zu überqueren und dann weiterzulaufen. Aber irgendwann muss ich erkennen, dass das ziemlich riskant wäre, solllte sich die Entzündung verschlimmern, was nach der Entwicklung seit der letzten Nacht zu urteilen, ziemlich wahrscheinlich ist. Also beschließen wir, nach Las Vegas zu trampen und dort erst einmal das Problem begutachten zu lassen. Allerdings existiert die Tankstelle an der Autobahn nicht mehr und es gibt auch keinen Rastplatz, auch wenn es eine Ausfahrt gibt. Diese führt aber nirgendwohin, daher ist uns klar, dass es schwierig werden kann, von hier wegzukommen. Bereits um 9:40 Uhr sind wir an der Straße. Nur selten verlässt ein Wagen die Autobahn, in der Regel für eine kurze Pause. Uns wird bald klar, dass es wohl am erfolgverprechendstem ist, die Leute direkt anzusprechen, was meistens Anke übernimmt, da wir hoffen, dass sie als Frau harmloser wirkt. Allerdings funktioniert das zunächst nicht. Man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass etliche Leute regelrecht Angst vor uns haben, zumindest aber mit uns hier mitten in der Wüste nichts anfangen können. Irgendwann nehmen wir uns vor, wenn uns bis 12 Uhr niemand mitnimmt, weiterzulaufen, da wir uns kaum noch eine Chance ausrechnen, hier einen lift zu bekommen. Dann wendet sich das Blatt: kurz vor 12 spreche ich einen älteren Mann, augenscheinlich chinesischer Herkunft an, der eine Pinkelpause einlegt. Zunächst wirkt auch er nicht gerade begeistert, hält dann aber auf der Ausfahrt noch mal an, und wir haben tatsächlich unsere Mitfahrgelegenheit in das etwa 100 Kilometer entfernte Las Vegas gefunden! Der Mann war Ingenieur und hat viel von der Welt gesehen. Kopenhagen in Dänemmark ist sein Lieblingsplatz. Von China hält er dagegen nicht viel…

Der Mann ist so nett, dass er uns in Las Vegas dann tatsächlich direkt vor einer Zahnarztpraxis absetzt. Nachdem ich viel Papierkram ausgefüllt habe, komme ich dann auch gleich dran. Meine Zähne werden von einem Assistenten geröngt, und ich frage mich bereits, ob diese Praxis eine gute Wahl ist, da Geräte und Mobiliar eher aus den sechziger Jahren zu stammen scheinen. Dieser Eindruck bestätigt sich dann aber nicht, denn die kleine, resolute chinastämmige Ärztin die mich untersucht, weiß offenbar sehr gut, was sie tut. Glücklicherweise sind meine Zähne in Ordnung. Ich bekomme eine Spritze, der Bereich um die Entzündung wird von ihr sorgfältig gesäubert und ich bekomme dann noch ein Antibiotikum verschrieben. Sie meint, damit würde die Entzündung rasch verschwinden, so dass unserer Weiterwanderung nichts im Weg steht! Sehr gute Nachrichten, denn ich hatte schon befürchtet, im schlimmsten Fall nach Deutschland für eine längere Behandlung zurückkehren zu müssen!

Für amerikanische Verhältnisse war die Behandlung mit 175 Dollar auch ziemlich günstig und wir können jetzt eine Besonderheit von Las Vegas genießen: Da die Hotels hier ihr Geld mit dem Glücksspiel verdienen, finden wir in einem Casinohotel tatsächlich ein großes Zimmer für nur 30 Dollar!

Den Rest des Abends verbringen wir dann am Pokertisch und gewinnen so viel, dass damit die ganze Reise finanziert ist!

Nein, so war es nicht, wir spielen überhaupt nicht, da dabei sowieso im Regelfall nur das Casino gewinnt, sondern gehen später noch einkaufen für die nächsten 7 Tage und machen uns dann auf dem Zimmer ein leckeres Essen aus Wraps mit Bohnenpaste, Salat, Zwiebeln, Mais und Käse. Dazu trinken wir Orangensaft. Ein sehr nahrhaftes und gesundes Essen, was auch mal wieder Zeit wird, da unsere Wanderdiät vielleicht auf die Dauer nicht alles enthält, was der Körper so braucht. 


Zu den Providence Mountains

Auch hier gibt es die zitronenähnlichen Früchte

Überreste alter Minen


Summit Spring


Wild Horse Mesa


Erstaunlich grüne Landschaft

Wir folgen dem Rand der Wild Horse Mesa







Zum Banshee Canyon

Banshee Canyon





Kurze Kletterstelle



Mojave Wüste hinter dem Hole in the Wall Campground




Abend


Zum Mid Hills Campground


Grüne Wüste



Hohe Joshua Trees


Verbrannte Landschaft

Sonnenaufgang





Hinter Cima Dome



Deer Spring





Rot-schwarze Vulkane

Heller Sand, dunkle Lava



Kakteen und Vulkangestein


Tolle Ausblicke über die Wüste mit ihren Vulkanen


Schildkrötenpanzer



Rote Kakteen

Wir folgen dem Steilabfall

Blick zurück

Unser "Billighotel" in Las Vegas