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14.12.2013

Mit dem Einbaum durch das Okavangodelta 1990

Maun, eine staubige Kleinstadt, ist mit seinen Geschäften, Hotels, Tankstellen und sogar einem Flughafen der wichtigste Ort am Okavango Delta. Es gibt hier allerdings keine Zeltmöglichkeit, und so mache ich mich auf den Weg zur elf Kilometer außerhalb der Stadt gelegenen Island Safari Lodge. Ich habe Glück, nach kurzer Zeit hält ein weißes Lehrerehepaar und nimmt mich mit. Der trockene Dornbusch, durch den wir fahren, wirkt abweisend und leblos.

Glücklicherweise kennen sich die Beiden aus, denn kein Schild lässt darauf schließen, welche der zahlreichen Fahrspuren im roten Sand die Richtige ist. Irgendwann stehen wir vor der Lodge. Der Gegensatz zwischen der durchfahrenen Landschaft und dem, was wir hier sehen könnte kaum größer sein. Runde rietgedeckte Hütten stehen inmitten eines parkartigen Geländes auf dem sich hohe Bäume und blühende Sträucher abwechseln. Scharen gelber Webervögel singen in den Büschen. Das staubige Grau des Dornbusches wird hier durch kräftig grüne Farben ersetzt. Diese Oase wird von dem am Rand des Grundstücks dahinströmendem Thamalakane geschaffen. Dieser etwa hundert Meter breite Fluss ist ein Ausläufer des Deltas.

Die von Weißen betriebene Lodge ist ein beliebter Ausgangspunkt für Touren in die Sümpfe. Man kann sowohl in den mit hotelmäßigem Komfort ausgestatteten Pavillons wohnen, als auch zelten, was ich vorziehe.

An der Rezeption erfahre ich, dass es bei dem jetzigen Wasserstand möglich ist von hier aus per Boot nach Shakawe, einem Ort am anderen Ende des Deltas, zu gelangen. Allerdings kennen die Leute an der Rezeption niemanden, der ein Wasserfahrzeug zu verkaufen hat. Es ist zwar möglich für kurze Ausflüge Kanus zu mieten, jedoch nicht über mehrere Wochen. Das wäre auch viel zu teuer für mich.

Nun ja, ich habe mein erstes Ziel ohne Probleme erreicht, und es wird sich sicher eine Lösung finden, um ins Delta zu gelangen. Fürs erste genieße ich die exotische Umgebung. Während ich über einem Holzfeuer in meinem kleinen Topf eine Tütensuppe koche, sehe ich den grünen Meerkatzen zu, die im Camp umherflitzen. Einer der vorwitzigen Affen klaut einen zum Trocknen aufgehängten Bikini. Dessen Besitzerin läuft aufgeregt hinter ihm her, um ihr Textil zurückzugewinnen. Später lerne ich ein Pärchen aus München kennen. Die beiden studieren Betriebswirtschaft, betreiben aber nebenbei eine EDV-Firma, so dass sie es sich leisten können per VW-Bus von Nairobi nach Südafrika zu fahren.

Wir sitzen am Feuer, lassen die Abendstimmung auf uns wirken, und ich lausche den Afrikaerzählungen der beiden. Bevor wir schlafen gehen, schenken sie mir eine Vorratskiste aus hartem Schaumstoff, die sie nicht mehr benötigen. Sie sollte mir noch gute Dienste leisten.

Am nächsten Tag gehe ich auf Bootssuche. Zunächst frage ich den Wachmann der Lodge. Er hat die Nacht an einem glimmenden Holzfeuer auf dem Gelände verbracht. Der Schwarze empfiehlt mir, mich an einen Fischer zu wenden, der seinen Fang regelmäßig an die Lodge verkauft. Ich habe den Mann bald gefunden. Er rät mir, es bei der am anderen Ufer des Thamalakane gelegenen Okavango River Lodge zu probieren. Freundlicherweise setzt er mich gleich mit seinem Einbaum über. Diese hier Mokoro genannten Boote, werden in wochenlanger Arbeit mit der Axt aus einer Art von Ebenholz ausgehauen. Da der Wasserstand im Delta häufig niedrig ist, werden sie nicht gerudert, sondern mit einer langen Stange gestakt. Dabei steht der Bootsmann im Heck.